Haibun            Haiku          Tanka

Bitte beachten Sie das Copyright! Näheres unter RECHTLICHES

Allein

 

Mein Blick gleitet über den See hin zu den schneebedeckten Bergen.

Wie oft waren wir gemeinsam dort oben gewesen.

Die Zweisamkeit in Stille genossen, oder gesellige Runden mit Freunden verbracht.

 

auf der Uferbank
über mein Haar streicht der Wind
sanfte Berührung

 

 

Am Meer

 

Es ist schon spät, gerade rechtzeitig erreiche ich meinen Ausichtspunkt hoch auf dem Felsen, um die letzten Minuten mitzuerleben, wie die  Sonne langsam hinter dem Berg gegenüber verschwindet und später im Meer versinkt.

Letztes Abendlicht
beleuchtet golden den Strand
Abschied des Tages

Am Strand unter mir musizieren junge Leute im Schein eines Feuers, bis zu mir herauf klingen ihre fröhlichen Lieder.
Die Stimmung hält mich gefangen, eine magische Szenerie und doch so natürlich.

 


Einfach nur schweigen
still den Wandel genießen
Gedankenbefreit

 

 

 

Im Garten der Seele

 

 

Es war ein kleiner Anstieg durch den Wald nötig, aber endlich erreichen wir den kleinen japanischen Garten. Wir, das sind mein Enkelsohn und ich. „Opa, du sprichst immer vom   ‚Garten der Seele‘, wenn du von dem Garten erzählst“, sagte der Kleine, "Warum?"                  
 
„Komm, setzen wir uns auf die Bank vor dem Teehaus. Jede Seele braucht einen Platz zum Ausruhen, so wie auch jeder Körper.
Schließe deine Augen. Hörst du jetzt die Vögel singen, spürst du den Duft von frischem Gras, hörst du das Rauschen eines Baches, hörst du das Wehklagen des Windes und riechst du den modrigen Geruch des Holzes?
Wenn du all diese Dinge mit geschlossenen Augen wahrnimmst, hast auch du deinen ‚Garten der Seele’ gefunden.“

Gedankenpause.
In
Erwartung der Ruhe.
Sein im Hier und Jetzt.